5. Juni 2017

Antrag zur Lehrkräftegewinnung

In Blumenthal erleben wir seit langem, dass Lehrkräfte unter besonders schwierigen Bedingungen unterrichten müssen und dass zu wenige Lehrkräfte eingesetzt werden.  Insbesondere in Lüssum und  Blumenthal, aber auch in anderen Ortsteilen ist  die Schüler*innenschaft geprägt von Armut, einer hohen Migrationsquote sowie einem überdurchschnittlichen Förderbedarf.

Hier schlägt sich der bundesweit spürbare Fachkräftemangel insbesondere darin nieder, dass einige dieser Schulstandorte mit Lehrkräften unterversorgt sind. Die Unterrichtsversorgung wird z.T. auch durch nicht voll ausgebildete Lehrkräfte und Studierende „sichergestellt“. Klassenleitungen übernehmen zudem überdurchschnittlich häufig Aufgaben außerhalb ihrer Kernaufgaben, z.B. im Rahmen gesetzlich vorgeschriebener Fallkonferenzen und sie übernehmen oft Mittlerfunktion zwischen Elternhaus und staatlichen Institutionen.

Allein die Ausbildung von mehr Lehrkräften würde einige Jahre in Anspruch nehmen, bis ein erster stärkerer Ausbildungsjahrgang an die Schulen käme. Zugleich ist mit einem starken Familiennachzug anerkannter Flüchtlinge in den Jahren 2017 und 2018 zu rechnen. Die Situation gerade an den Schulen, die aufgrund von Sozialindikatoren als prekär ausgewiesen sind, wird damit eher angespannter werden. Hierdurch entsteht ein unverzüglicher Handlungsbedarf.

Der Beirat Blumenthal möge beschließen:

Der Senat wird aufgefordert,
1.    mit der Universität Bremen und der Hochschule Bremen Gespräche mit dem Ziel zu führen, spätestens zum Wintersemester 2018/2019 weitere Lehramtsstudienplätze beziehungsweise Studienplätze für das Fach Soziale Arbeit einzurichten und entsprechende Haushaltsmittel in den zu beschließenden Doppelhaushalt 2018/2019 einzustellen.
2.    Lehrkräfte, insbesondere Klassenleitungen an Schulen, die aufgrund von Sozialindikatoren als prekär ausgewiesen sind, durch eine Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung zu entlasten. Hierzu wird der Senat aufgefordert, entsprechende Haushaltsmittel in den zu beschließenden Doppelhaushalt 2018/2019 einzustellen.
3.    ein Personalentwicklungskonzept zu entwickeln, das gezielt erfahrene Pädagog*innen in Teilzeit anspricht. Ziel ist, sie durch Entlastungsangebote zu motivieren, auf eine volle Stelle zurückzukehren.
4.    Es ist sicherzustellen, dass alle inklusiv arbeitenden Klassen mindestens zur Hälfte der Unterrichtszeit in Doppelbesetzung (durch Lehrkräfte) geführt werden. Gerade in Schulen, die aufgrund von Sozialindikatoren als prekär ausgewiesen sind, ist zudem sicherzustellen, dass Fachkräfte der Schulsozialarbeit im Umfang von mindestens einer Vollzeitstelle/Jahrgang eingesetzt werden. Die entsprechenden Mittel sind im Doppelhaushalt 2018/19 einzustellen.