8. Dezember 2017

Rechte Schmierereien in Blumenthal

Pressemitteilung des Ortsverbands Bremen-Nord der Partei DIE LINKE.

Erinnerung an den Faschismus ist kein "Schuldkult"!

In Bremen-Blumenthal haben Unbekannte beim Bunker Valentin "Stoppt den Schuldkult" hinterlassen, zusätzlich wurde am Jenny-Ries-Platz vor dem Bahnhof ein Schild übermalt. Jenny Ries war eine Blumenthaler Kauffrau jüdischen Glaubens, die 1942 im Alter von 75 Jahren in Treblinka ermordet wurde.

"Diese Taten sind abstoßend" so Karl Brönnle, Sprecher des Ortsverbands Bremen-Nord der Partei DIE LINKE. "Schon im Februar wurde die Ausstellung 'Die Kinder vom Bullenhuser Damm' im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus mit einem "Schuldkult"-Spruch versehen. Der oder die Täter wollen nicht erkennen, dass es bei Gedenk- und Erinnerungsveranstaltung zum Faschismus nicht primär um Schuld geht, sondern darüber, Ursachen und Folgen dieser schlimmen Zeit zu erinnern, damit sich so etwas nicht wiederholt! Dass das Erinnern bitter nötig ist, zeigen die aktuelle Hakenkreuz-Schmiererei an der Synagoge in Bremerhaven und auch das Übermalen des Jenny-Ries-Schildes in Blumenthal. Dass der Hass auf Menschen anderen Glaubens oder anderer Herkunft in letzter Konsequenz zu kaltblütigem Massenmord führt, das hat der Faschismus gezeigt. Heute müssen wir aufpassen, dass sich solche Denkweisen nicht wiederholen."

"Ausgerechnet am monströsen Bunker Valentin, durch den tausende von Zwangsarbeitern elend um ihr Leben gebracht wurden, von Schuldkult zu sprechen, zeugt nicht nur von Dummheit, sondern von erschreckender Menschenverachtung", so Brönnle abschließend.