30. April 2017

Veranstaltung des Ortsverbands Nord zur Frühchenversorgung

Vlnr: Dr. Jürgen Bachmann, Karl Brönnle (Ortsverbandssprecher), Peter Erlanson

Es diskutierten der ehemalige stellvertretende Leiter der Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Nord, Dr. Jürgen Bachmann, sowie Peter Erlanson, MdBB der Partei Die Linke, Betriebsrat am Klinikum Links der Weser und Mitglied im Aufsichtsrat der "Gesundheit Nord", der Dachorganisation der vier öffentlichen Krankenhäuser in Bremen. Aus dem Publikum meldeten sich wiederholt leitende Ärzte engagiert zu Wort, um deutlich zu machen, dass es für einen Abzug der Neonatologie aus Bremen-Nord weder medizinische noch ökonomische Gründe gibt. Die räumliche Distanz zum Klinikum Mitte würde elterliche Kontakte zum Frühgeborenen erschweren, deren Wichtigkeit aus medizinischer Sicht gar nicht hoch genug bewertet werden kann: Im Gegensatz zu früheren Jahren werden heute die Mütter oder Väter bevorzugt zusammen mit ihren Frühgeborenen im Krankenhaus untergebracht. Bisherige Erfahrungen haben auch ergeben, dass Patient*innen bei einem fehlenden Angebot in Bremen-Nord sich nicht unbedingt nach Bremen wenden sondern in das niedersächsische Umland. Und bei langfristiger Betrachtung überwiegen die Kosten von unterversorgen Frühgeborenen die von neonatologischen Geburtskliniken bei weitem, weil es dann sehr häufig zu bleibenden Beeinträchtigungen und zu lebenslangem Betreuungsaufwand kommt.

Zum Abschluss wurde vor der Privatisierung von Krankenhäusern, wie zuletzt in Bremerhaven geschehen, gewarnt. Deren Profitorientierung gehe nicht nur zu Lasten des Personals sondern auch der Patienten, deren Versorgung allein unter Kostengesichtspunkten betrachtet werde. Zur Fortführung der Neonatolgie am Klinikum Nord wäre es hilfreich, wenn sich wie am Klinikum Links der Weser ein Elternverein bilden würde, der Druck auf die politischen Entscheidungsträger ausübt. Erste Ansätze dazu sind vorhanden.

(Foto: AB, Text: KB)